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Gaspreise Erhöhung im August und September: 90 Versorger verlangen mehr

Rund 2,5 Millionen Gaskunden müssen ab August und September mehr für Gas bezahlen: Ihre Gasanbieter planen in den kommenden beiden Monaten eine Gaspreiserhöhung. Im Durchschnitt steigen die Gaspreise um elf Prozent, das ergab eine Auswertung der Grundversorgungstarife durch CHECK24. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh muss damit jährlich 144 Euro mehr für Gas bezahlen. Teilweise fällt die Erhöhung aber auch deutlich massiver aus.

Zum Beispiel bei der Energieversorgung Oberes Wiesenthal in Baden-Württemberg: Deren Kunden müssen ab August um 29 Prozent mehr für Gas bezahlen. Die Kasse des Musterhaushaltes belastet das mit 380 Euro jährlich. Noch stärker langt die Gasversorgung Wismar Land Vertrieb GmbH hin. Die Erhöhung liegt zwar nur bei 25 Prozent. Weil die Gaspreise dieses Unternehmen aber zuvor bereits relativ hoch waren, steigt die jährliche Gasrechnung ihrer Kunden für 20.000 kWh ab September sogar um 404 Euro.

Auch einige große Gasversorger drehen an der Preisschraube: So steigen die Gaspreise bei E.ON Avacon um neun Prozent oder 144 Euro pro Jahr. Kunden des Oldenburger Versorgers EWE müssen ein Plus von 13 Prozent oder 168 Euro einkalkulieren. 42 weitere Grundversorger hatten bereits zum 1. Juli eine Gaspreiserhöhung durchgeführt. Energieexperten erwarten, dass weitere Versorger in den kommenden Monaten nachziehen werden. Als Grund wird zum einen die langfristig steigende Nachfrage genannt, weil Gaskraftwerke eine zunehmende Rolle in der Stromversorgung spielen, aber auch die Entwicklung der Ölpreise.

Denn viele Versorger beziehen ihr Gas über langfristige Verträge, die sich – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung – an den Ölnotierungen orientieren. Und die waren zu Jahresbeginn kräftig gestiegen. Gasanbieter, die sich im Börsenhandel kurzfristig eindecken, können dagegen derzeit relativ günstig einkaufen. Durch moderne Fördermethoden können Gasvorkommen gefördert werden, die bisher nicht erschließbar waren. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie durch einen Gaspreisvergleich derzeit besonders hohe Einsparungen erzielen können.

Gaspreis Erhöhung: Die EnBW und 37 andere Grundversorger werden teurer

Die Gaspreise steigen im Sommer: Mit der EnBW kündigte ein großer Gasanbieter eine Preiserhöhung um knapp zehn Prozent zum 1. August an. Bislang gaben zudem weitere 37 Grundversorger eine Tariferhöhung im Juli oder August bekannt. Um durchschnittlich gut zehn Prozent müssen die Kunden mehr bezahlen.

Die EnBW verlangt im Grundversorgungstarif ErdgasPlus um 0,64 Cent mehr pro Kilowattstunde. das bedeutet für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh, dass die Gasrechnung um 128 Euro pro Jahr steigt. Am stärksten erhöhen die Stadtwerke Verden ihren Gaspreis: Bei ihnen muss der Musterhaushalt sogar 196 Euro mehr bezahlen – das ist ein Plus von knapp 18 Prozent. Durchschnittlich steigen die Gaskosten bei den 38 Unternehmen um rund 137 Euro.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Gasanbieter die Preise erhöht. Energieexperten sehen die hohen Ölpreise als wichtigsten Grund dafür an. Die Ölnotierungen hatten zu Jahresbeginn unter anderem durch die Krisen in Nahost und Nordafrika stark angezogen. Die Ölpreisbindung ist nach einem Gerichtsurteil in Endkundenverträgen zwar abgeschafft,  in den Lieferverträgen, die von den Gasanbietern mit ihren Gaslieferanten geschlossen werden, ist sie aber oft weiterhin enthalten. Deshalb steigen nun – einige Monate nach den Ölpreisen – auch die Gaspreise.

In den kommenden Monaten werden weitere Gaspreiserhöhungen erwartet. Denn die weltweite Nachfrage steigt, da Gas als vergleichsweise sauberer und klimafreundlicher Energieträger gilt. Außerdem setzen zahlreiche Länder bei der Stromerzeugung zunehmend auf Gaskraftwerke, um Kohle- und Atommeiler zu ersetzen. Der russische Gasexporteur Gazprom, der etwa ein Drittel des in Deutschland benötigten Gases liefert, kündigte bereits neue Preissprünge an. Für Verbraucher kann es sich deshalb lohnen, einen Gasvergleich durchzuführen und gezielt nach einem günstigen Gastarif mit Preisgarantie zu suchen. Auch beim Strom erwarten Experten um die Jahreswende steigende Preise – unter anderem durch den Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien – und raten Stromtarife zu vergleich und den Stromanbieter zu wechseln, die das aktuelle Preisniveau fixieren.