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Gasanbieter Test: Mainova und EnBW scheiden am besten ab

Die Versorger Mainova und EnBW haben in einem bundesweiten Gasanbieter-Test am besten abgeschnitten. Das Vergleichsportal CHECK24 nahm in der Studie die Grundversorger sowie die fünf günstigsten Alternativanbieter in den zehn größten deutschen Städten unter die Lupe. Bewertet wurden die Vertragsbedingungen und der Kundenservice, aber auch die Gaspreise. Untersucht wurden die Angebote der Gasanbieter für drei Haushaltsgrößen (Single, Paar und Familie).

Unterm Strich lag die Mainova mit ihrem Tarif Erdgas Direkt vorn. Der Frankfurter Versorger erzielte mit einem “guten” Kundenservice und “sehr guten” Vertragsbedingungen die Top-Platzierung im Test. Knapp dahinter landete die EnBW als zweite auf dem Siegerpodest. Der baden-württembergische Gasanbieter zeigte den besten Service des Testfeldes und erhielt als einziges Unternehmen in dieser Kategorie ein “sehr gut”. Auch der Dritte im Test – die Stadtwerke Düsseldorf – kommt aus dem Lager der etablierten Versorger.

Die unabhängigen Discount-Anbieter verpassten wegen Einschränkungen bei Service und Vertragsbedingungen Platzierungen an der Spitze. Im Hinblick auf die Gaspreise lagen sie aber an der Spitze und unterboten die Grundversorger teils deutlich. In allen untersuchten Städten kam das günstigste Angebot von FlexGas, auch Ökoflex, HitGas und Priogas lagen preislich meist vorn. Verbraucher müssen bei ihnen allerdings teilweise jährliche Vorauszahlungen leisten, auch die Tarifkonditionen sind oft weniger flexibel. So wurden häufig Pakettarife und Angebote mit Mehr-Minderverbrauchsaufschlag angeboten.

Verbraucher sollten daher prüfen, welche Angebote für sie in Frage kommen und welche Aspekte ihnen bei der Tarifwahl besonders wichtig sind. Bei einem Gasvergleich können individuelle Kriterien bei der Suche berücksichtigt werden, indem entsprechende Optionen im Tarifrechner gewählt werden. Zudem bieten die AGB-Bewertung durch Tarifexperten und die Kundenbewertungen durch andere Nutzer ein realistisches Bild von den Leistungen der einzelnen Versorger, so dass Verbraucher schnell und unkompliziert den idealen Gastarif finden und von den Einsparungen profitieren können.

Gaspreis Erhöhung: Die EnBW und 37 andere Grundversorger werden teurer

Die Gaspreise steigen im Sommer: Mit der EnBW kündigte ein großer Gasanbieter eine Preiserhöhung um knapp zehn Prozent zum 1. August an. Bislang gaben zudem weitere 37 Grundversorger eine Tariferhöhung im Juli oder August bekannt. Um durchschnittlich gut zehn Prozent müssen die Kunden mehr bezahlen.

Die EnBW verlangt im Grundversorgungstarif ErdgasPlus um 0,64 Cent mehr pro Kilowattstunde. das bedeutet für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh, dass die Gasrechnung um 128 Euro pro Jahr steigt. Am stärksten erhöhen die Stadtwerke Verden ihren Gaspreis: Bei ihnen muss der Musterhaushalt sogar 196 Euro mehr bezahlen – das ist ein Plus von knapp 18 Prozent. Durchschnittlich steigen die Gaskosten bei den 38 Unternehmen um rund 137 Euro.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Gasanbieter die Preise erhöht. Energieexperten sehen die hohen Ölpreise als wichtigsten Grund dafür an. Die Ölnotierungen hatten zu Jahresbeginn unter anderem durch die Krisen in Nahost und Nordafrika stark angezogen. Die Ölpreisbindung ist nach einem Gerichtsurteil in Endkundenverträgen zwar abgeschafft,  in den Lieferverträgen, die von den Gasanbietern mit ihren Gaslieferanten geschlossen werden, ist sie aber oft weiterhin enthalten. Deshalb steigen nun – einige Monate nach den Ölpreisen – auch die Gaspreise.

In den kommenden Monaten werden weitere Gaspreiserhöhungen erwartet. Denn die weltweite Nachfrage steigt, da Gas als vergleichsweise sauberer und klimafreundlicher Energieträger gilt. Außerdem setzen zahlreiche Länder bei der Stromerzeugung zunehmend auf Gaskraftwerke, um Kohle- und Atommeiler zu ersetzen. Der russische Gasexporteur Gazprom, der etwa ein Drittel des in Deutschland benötigten Gases liefert, kündigte bereits neue Preissprünge an. Für Verbraucher kann es sich deshalb lohnen, einen Gasvergleich durchzuführen und gezielt nach einem günstigen Gastarif mit Preisgarantie zu suchen. Auch beim Strom erwarten Experten um die Jahreswende steigende Preise – unter anderem durch den Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien – und raten Stromtarife zu vergleich und den Stromanbieter zu wechseln, die das aktuelle Preisniveau fixieren.