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Rückzug: Energiekonzern MOL steigt bei Gaspipeline Nabucco aus

Weiterer Rückschlag für das europäische Pipeline-Projekt Nabucco: Der ungarische Energiekonzern MOL steigt aus dem Projekt aus und stellt keine Mittel mehr zur Verfügung. Die Finanzierung des Projekts sei nicht vertretbar, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Daher habe der Konzern dem Budget für 2012 nicht zugestimmt.

Laut Süddeutscher Zeitung hatte sich die MOL bereits in der Vergangenheit kritisch zu Nabucco geäußert. Der Konzern ist einer der sechs Anteilseigner des Projektes. Gleichzeitig unterstützt Ungarn inzwischen offen die russische Konkurrenz-Pipeline South Stream. In der vergangenen Woche hatte Ministerpräsident Viktor Orban South Stream bei einem Treffen mit Gazprom-Chef Alexey Miller zu einem Projekt von nationaler Bedeutung erklärt. Nabucco soll Gas vom kaspischen Meer nach Europa bringen, South Stream soll etwas weiter nördlich auf russischem Gebiet beginnen.

Erst im vergangenen Februar hatte das Nabucco-Projekt bereits einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Aserbaidschan hatte deutschen Politikern mitgeteilt, das Land wolle eine eigene Gasleitung bis zur türkischen Grenze bauen. Damit wäre die Daseinsberechtigung für Nabucco entfallen. Das Nabucco-Konsortium, dem neben der MOL auch OMV (Österreich), Transgaz (Rumänien), Bulgargaz (Bulgarien), BOTAŞ (Türkei) und RWE (Deutschland) angehören, prüft Medienberichten zufolge nun eine verkürzte Variante der Röhre von der türkischen Grenze nach Österreich.

Gleichzeitig treibt jedoch Russland die Planungen von South Stream zügig voran und will noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen, während sich die Realisierung von Nabucco wiederholt verzögerte. Energieexperten gehen davon aus, dass das Marktvolumen nur für eines der beiden Projekte ausreicht. Die EU will durch Nabucco unabhängiger von Russland und dem Staatskonzern Gazprom zu werden, der rund ein Viertel des europäischen Gasbedarfs deckt. Zuletzt während der Kältewelle Anfang Februar hatte Gazprom seine Lieferungen an europäische Gasanbieter gedrosselt. Der Konzern müsse zunächst den Bedarf im Inland decken, hieß es zur Begründung aus Moskau.

Gaspipeline Nabucco steht vor dem Aus

Ein Prestigeprojekt der EU steht vor dem Aus. Die Gaspipeline Nabucco wird laut einem Bericht der Wirtschaftswoche nicht gebaut. Aserbaidschan will stattdessen eine eigene Leitung bauen, wie Regierungsvertreter deutschen Politikern mitgeteilt hätten.

Diese TANAP (Trans Anatolian Pipeline) genannte Leitung soll demnach bis zur türkisch-griechischen Grenze reichen. Sie werde zusammen mit einem türkischen Partner errichtet, heißt es in dem Bericht. Durch ihre Realisierung würde die Daseinsberechtigung für Nabucco entfallen. Offen bleibe lediglich, wie der Weitertransport des Gases ab der türkischen Grenze abgewickelt werde. Das Nabucco-Konsortium wolle sich mit einer abgespeckten Version um diese Aufgabe bewerben, ebenso wie zwei in dem Bericht nicht näher benannte Konkurrenzprojekte.

Eine Entscheidung, wer das Gas übernehmen darf, wolle die Regierung Aserbaidschans Ende März bekanntgeben. Hinter Nabucco steht ein Zusammenschluss der Energieunternehmen OMV (Österreich), MOL (Ungarn), Transgaz (Rumänien), Bulgargaz (Bulgarien), BOTAŞ (Türkei) und RWE (Deutschland). Die türkische BOTAŞ soll laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti allerdings auch an der TANAP-Pipeline beteiligt werden.

Nabucco sollte die großen Gasvorkommen am kaspischen Meer erschließen und den Energieträger durch die Türkei nach Europa transportieren. Auf diese Weise wollte die EU unabhängiger von Russland und dem Staatskonzern Gazprom werden, der momentan rund ein Viertel des europäischen Gasbedarfs deckt. Nach dem russisch-ukrainischen Gasstreit und den damit verbundenen Liefereinschränkungen beschloss die EU, das Projekt zu forcieren. Die Kostenschätzungen mussten jedoch immer wieder angehoben werden, während der geplante Fertigstellungstermin sich nach hinten verschob. Gazprom plant mit South Stream eine Konkurrenz-Pipeline zu Nabucco und will noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.

Gas-Engpass in der Kältewelle: Privatkunden sind nicht betroffen

Mitten in der Kältewelle hat der russische Konzern Gazprom seine Lieferungen gedrosselt. Vor allem der Südwesten Deutschlands ist davon betroffen. Privathaushalte sind davon nicht betroffen – anders als Großkunden. Sie müssen teilweise auf Öl oder Holz umsteigen – oder abschalten. Der Grund ist allerdings weniger ein Gas-Engpass als eine Kostenfrage.

Es ist eine Art Stresstest für das Gasnetz: Die bittere Kälte treibt den Gasverbrauch in Deutschland auf Rekordhöhe. In zahlreichen Städten und Regionen melden die Netzbetreiber neue Höchstlasten, so etwa in Kiel, Köln oder rund um Freiburg. Gleichzeitig hat der Gazprom-Konzern, der mehr als ein Drittel des deutschen Gasbedarfs deckt, seine Lieferungen deutlich zurückgefahren. Der Grund: Väterchen Frost hat auch Russland fest im eisigen Griff. Gazprom schafft es nicht, die Nachfrage im eigenen Land und der ausländischen Kunden gleichzeitig zu befriedigen.

Vor allem im Südwesten Deutschlands, der besonders stark von russischen Gaslieferungen abhängig ist, wird diese Entwicklung spürbar. Privathaushalte müssen keinerlei Versorgungsengpässe befürchten. Denn die Versorger können auf Gasspeicher zurückgreifen, die rund ein Viertel des deutschen Jahresverbrauchs abdecken können. Doch das Gas-Angebot ist knapper geworden, das treibt die Preise hoch. Gleichzeitig müssen die Anbieter wegen des gestiegenen Verbrauchs kurzfristig zusätzliche Gasmengen einkaufen – zu horrenden Preisen. Um dies zu vermeiden, fordern sie Großkunden zum Abschalten auf.

Zahlreiche Abnehmer, die große Mengen an Gas beziehen, haben Verträge, die einen solchen Schritt vorsehen. Diese Unternehmen verpflichten sich, bei Extremsituationen auf Gas zu verzichten. Im Gegenzug erhalten sie günstigere Gaspreise. Viele Industriebetriebe steigen deshalb derzeit auf Öl oder Holz um. Der Gasblock vier des Karlsruher Rheinhafenkraftwerks wurde am Mittwoch gleich ganz heruntergefahren. Gleichzeitig musste der Uralt-Steinkohle-Meiler drei des Großkraftwerks Mannheim, der als Kaltreserve für das Stromnetz dient, angeworfen werden. Das deutsche Gasnetz besteht den Stresstest also problemlos – die Kälte ist aber deutlich spürbar.

Dauerfrost in Russland: Gazprom drosselt Gasexporte nach Europa

Das eiskalte Winterwetter zwingt Gazprom zu Einschnitten bei den Ausfuhren. Die Exporte nach Europa wurden in den vergangenen Tagen deutlich reduziert, wie westliche Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Interfax berichten. Zunächst müsse der Bedarf der einheimischen Kunden gedeckt werden, so die Begründung des Konzerns.

Den Berichten zufolge wurde beispielsweise am Dienstag rund zehn Prozent weniger Gas durch die Jamal-Pipeline gepumpt, die über Weißrussland und Polen nach Deutschland führt. Nach Italien lieferte Gazprom demnach acht Prozent weniger als bestellt. Verbraucher müssen allerdings nicht befürchten, demnächst ohne Gas im Kalten zu sitzen. Dafür sorgen riesige Gasspeicher, die in das Gasnetz eingebunden sind und in den nachfrageschwachen Sommermonaten gefüllt werden. Sie können in Deutschland laut Bundesnetzagentur insgesamt fast 21 Milliarden Normkubikmeter Gas aufnehmen. Das entspricht fast einem Viertel des gesamten Jahresbedarfs.

Durch die auch für russische Verhältnisse ungewöhnlich tiefen Temperaturen ist der Gasverbrauch in dem Land erstmals auf zwei Milliarden Kubikmeter pro Tag gestiegen. Das entspricht den Berichten zufolge ungefähr dem gesamten Jahresverbrauchs von Bulgarien. Viele Heizungen in Russland gelten als völlig veraltet. In zahlreichen Gebäuden gibt es eine Zentralheizung, die im Herbst in Betrieb genommen und im Frühjahr wieder abgestellt wird und die über keinerlei Regelungsmöglichkeiten in einzelnen Räumen oder Thermostate verfügt. Zudem sind zahlreiche Gebäude nur schlecht wärmeisoliert.

Auch bei deutschen Verbrauchern treibt die klirrende Kälte die Heizkosten kräftig nach oben. Und auch hierzulande ließe sich durch eine Modernisierung von Dämmungen und Heizungen viel Geld und Energie sparen. Fördermittel für die energetische Sanierung von Wohngebäuden wurden allerdings zuletzt sogar gekürzt, weil die Einnahmen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten aufgrund der konjunkturellen Abkühlung unerwartet zurückgingen. Dennoch kann sich eine Sanierung lohnen. Mit den Energiesparratgebern können einzelne Optionen auf ihre Wirtschaftlichkeit und ihren Nutzen für den Klimaschutz überprüft werden. Auch ob Fördertöpfe zur Verfügung stehen, lässt sich ermitteln. Zusätzlich sparen können Haushalte auch durch den Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter bis zu 500 Euro jährlich sparen. Sowohl der Tarifvergleich als auch die Umstellung der Versorgung sind kostenlos.

Gazprom: Keine Gaspreis Senkung für RWE und E.ON

Mehrere europäische Gasversorger können sich über eine Gaspreis Senkung von Gazprom freuen. Der russische Exporteur reagiert damit auf anhaltende Kritik über zu hohe Tarife. Die beiden größten deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON kommen allerdings nicht in den Genuss von günstigeren Gaspreisen.

Branchenkenner spekulieren, dass die beiden Unternehmen damit für ihren Gang vor ein Schiedsgericht im vergangenen Jahr abgestraft werden sollen. Auf diese Weise wollten sie niedrigere Preise erreichen, nachdem Verhandlungen mit Gazprom ergebnislos geblieben waren. Auch der polnische Versorger PGNiG, der ebenfalls ein Schiedsverfahren gegen Gazprom anstrengte, ging leer aus. Günstigere Preise wurden dagegen GDF Suez (Frankreich), SPP (Slowakei), Sinergie Italiane (Italien) und Econgas (Österreich) gewährt. In Deutschland kommt der Gashändler Wingas, der je zur Hälfte dem BASF-Konzern und Gazprom gehört, in den Genuss sinkender Tarife.

Um wie viel die Tarife sinken, wurde nicht bekannt. Konzern-Vize Alexander Medwedew teilte laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti jedoch mit, es handele es sich um eine marktgerechte Anpassung der Preise. Viele europäischen Gasgroßhändler haben mit Gazprom langjährige Lieferverträge geschlossen, in denen sich die Gaspreise an den Ölnotierungen orientieren. Dadurch sind die Preise in diesen Kontrakten derzeit auf einem sehr hohen Niveau, während Gas an den Energiebörsen wesentlich billiger zu haben ist. Das brachte zahlreiche Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten und führte für Millionen europäische Endkunden zu Gaspreiserhöhungen. Gazprom konnte dagegen im vergangenen Jahr Rekordgewinne einfahren.

Der russische Staatskonzern deckt mehr als 30 Prozent des deutschen Gasbedarfs und drängt zunehmend auch in den europäischen Gashandel und ins Endkundengeschäft. Zuletzt übernahm Gazprom den deutschen Stromanbieter envacom und erhöhte seine Beteiligung beim Gasimporteur VNG. Neue Konkurrenz entsteht aber gleichzeitig durch neue Gasfördertechniken, mit denen sogenannte unkonventionelle Gasvorkommen ausgebeutet werden können. Die Gaspreise an den Energiebörsen sind dadurch derzeit niedrig, was sich in den günstigen Tarifen einzelner Gasanbieter widerspiegelt. Welche Angebote im Einzelfall zur Verfügung stehen und welche Ersparnis möglich ist, klärt schnell und kostenlos ein Gaspreisvergleich.

Gaspipeline South Stream: Gazprom will bereits 2012 mit Bau beginnen

Russland will seine Position auf den europäischen Gasmärkten weiter ausbauen. Der staatliche Gasexporteur Gazprom soll auf Wunsch von Ministerpräsident Wladimir Putin bereits Ende 2012 statt erst 2013 mit dem Bau der Gaspipeline South Stream beginnen. Die Ankündigung ist ein Rückschlag für das europäische Konkurrenz-Projekt Nabucco.

Die Türkei hatte Gazprom Ende Dezember grünes Licht für den Bau der Pipeline durch ihre Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer gegeben und dafür Zusagen für langfristige Gaslieferungen erhalten. Putin wies Gazprom-Chef Alexej Miller nun bei einem Treffen an, rasch die Voraussetzungen für den Baubeginn zu schaffen. 2015 soll ein erster Leitungsstrang von South Stream fertiggestellt sein. Die Leitung soll Gas aus dem Süden Russlands durchs Schwarze Meer und Bulgarien nach Mitteleuropa transportieren. An South Stream sind auch die BASF-Tochter Wintershall sowie der französische Energiekonzern EdF und das italienische Unternehmen Eni beteiligt.

Ursprünglich sollte die South Stream-Pipeline im Nordosten Österreichs enden. Medienberichten zufolge will Gazprom die Röhre nun aber nach Norditalien führen, weil Österreich die Konkurrenz-Pipeline Nabucco unterstützt. Mit diesem Projekt will die EU Gasvorkommen am Kaspischen Meer erschließen und so die Abhängigkeit von russischem Erdgas verringern. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass nur eine der beiden Pipelines wirtschaftlich betrieben werden kann. Durch den vorgezogenen Baubeginn sichert sich Russland nun einen Wettbewerbsvorsprung gegenüber Nabucco.

Im vergangenen November hatte Russland den ersten Strang der Nord Stream-Pipeline durch die Ostsee nach Deutschland in Betrieb genommen. Ein zweiter Leitungsstrang soll im laufenden Jahr hinzukommen. Gazprom deckt rund ein Viertel des europäischen Gasbedarfs, in Deutschland ist es sogar rund ein Drittel. Die Marktmacht des Konzerns ist Kritikern ein Dorn im Auge. Gazprom hält in seinen langfristigen Lieferverträgen mit europäischen Gasversorgern an der Ölpreisbindung fest. Dadurch erzielt das Unternehmen hohe Preise, obwohl Gas am Weltmarkt derzeit relativ günstig ist. Hunderte Gasversorger in Deutschland mussten deshalb in den vergangenen Monaten die Tarife anheben. Verbraucher sollten daher Gaspreise vergleichen und zu einem Anbieter von günstigerem Gas wechseln.

Gaspreiserhöhung in Berlin: Die Gasag hebt die Preise an

Gas wird für tausende Berliner ab Februar 2012 teurer: Die Gasag, der Grundversorger in der Hauptstadt, hebt ihre Preise an. Die Kilowattstunde kostet künftig 0,595 Cent mehr. Der monatliche Grundpreis und die übrigen Bedingungen werden von der Gaspreiserhöhung nicht berührt.

Eine Familie, die in einem Reihenhaus oder einer größeren Wohnung jährlich rund 20.000 Kilowattstunden Gas verbraucht, muss im Grundversorgungstarif “Gasag-Komfort” aufgrund der Preiserhöhung jährliche Mehrkosten von 119 Euro einkalkulieren. Das entspricht einer Preiserhöhung von rund 8,6 Prozent. In einer kleineren Wohnung, in der rund 9.000 Kilowattstunden Gas verbraucht werden, schlägt die Tariferhöhung mit jährlich 53,55 Euro zu Buche, was einem Plus von 7,7 Prozent entspricht.

Nach Angaben der Gasag sind vor allem stark gestiegene Einkaufskosten der Grund für die Preiserhöhung. Man habe seit Oktober 2010 die Gaspreise stabil halten können, sei nun aber zu einer Anpassung gezwungen. Die konjunkturelle Erholung nach der Wirtschaftskrise und die weltweit steigende Nachfrage nach Gas habe die Kosten hochgetrieben. Außerdem wird in langfristigen Lieferverträgen zwischen Gasanbietern und Gasförderern häufig eine Bindung an den Ölpreis angewendet, der 2011 deutlich gestiegen ist. Über 500 Gasversorger mussten deshalb bereits im laufenden Jahr ihre Preise erhöhen.

Für Gaskunden – nicht nur in Berlin – kann sich ein Gasanbieter Vergleich deshalb lohnen. Bis zu 500 Euro können sie jährlich durch den Wechsel in einen günstigeren Gastarif sparen. Ein kostenloser und unverbindlicher Online-Vergleich mit dem Gasrechner zeigt blitzschnell, welche Angebote im individuellen Einzelfall zur Verfügung stehen und wie hoch die Einsparung im jeweiligen Tarif ausfallen würde. Auf Wunsch kann auch der Wechsel des Gasanbieters gleich online in Auftrag gegeben werden. Eine Gaspreiserhöhung kann deshalb auch die Chance für günstigere Gaspreise sein.

Energiesparratgeber: Tipps zum Gas und Strom sparen

Energiesparratgeber stehen Verbrauchern auf gastarife-check.de ab sofort zur Verfügung. Mit dieser kostenlosen Dienstleistung, die in Zusammenarbeit mit co2online gemeinnützige GmbH angeboten wird, können Nutzer ihren Energieverbrauch überprüfen. Es werden nicht nur Vorschläge gemacht, wie ein überdurchschnittlich hoher Energiehunger reduziert werden kann, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und der Amortisationszeitraum berechnet.

Preissteigerungen bei Strom und Gas im zweistelligen Prozentbereich – solche Meldungen gehen inzwischen fast regelmäßig durch die Medien. Die Kosten für Strom oder Öl steigen seit Jahren schneller als die Inflationsrate und auch die Gaspreise haben seit dem Sommer massiv angezogen. Sparen ist deshalb angesagt: Mit einem günstigeren Energieanbieter, dadurch können die jährlich Strom- oder Gaskosten um bis zu 500 Euro sinken. Durch Energiesparen, was neben der Haushaltskasse auch die Umwelt entlastet. Oder durch eine Kombination beider Maßnahmen, um das maximale Sparvolumen mit Klimaschutz zu kombinieren.

Gastarife-check.de unterstützt Verbraucher nicht nur bei der Suche nach einem günstigen Energieversorger, sondern bietet ab sofort auch wertvolle Tipps und Hinweise rund um die Themen Energie sparen und energetisches Sanieren. Die Beratung beschränkt sich nicht allein auf Strom und Gas, auch Nutzer eine Ölheizung oder Haushalte, die sich für alternative Energieträger wie eine Pelletheizung interessieren, können diesen Service nutzen. Die Energiesparratgeber ermitteln auf Basis weniger Eingaben, ob der eigene Energieverbrauch zu hoch ausfällt und geben Hinweise, wie er reduziert werden könnte. Dabei wird nicht nur die erreichbare CO2-Einsparung, sondern auch die Rentabilität unter finanziellen Gesichtspunkten geprüft.

Insgesamt 15 Ratgeber stehen zur Verfügung. Sie decken sowohl große Baumaßnahmen wie eine Erneuerung der Wärmedämmung oder der Heizung als auch kleine, rasch durchführbare Schritte wie einen sparsameren Kühlschrank oder eine Senkung des Stand-by-Verbrauchs beim Strom ab. Bauherren, die ihr Haus erst planen, können verschiedene Heizsysteme und Dämmstandards vergleichen. Daneben werden auch Möglichkeiten zum Energiesparen aufgezeigt, die oft unbeachtet bleiben, etwa eine effizientere Heizungspumpe oder ein Austausch der Heizventile. Blitzschnell kann zudem geprüft werden, ob der eigene Stromverbrauch gesenkt werden sollte. Auf Wunsch finden Nutzer auch Ansprechpartner in ihrer Nähe und können den Heizenergiebedarf einzelner Gebäude oder Regionen vergleichen. Die Nutzung der Energiesparratgeber ist absolut unverbindlich und kostenlos.

Eröffnung der Gas Pipeline Nord Stream durch Kanzlerin Merkel

Die Gas Pipeline Nord Stream aus Sibirien nach Deutschland ist in Betrieb. Bei der feierlichen Eröffnung in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern öffneten Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehrere weitere europäische Regierungschefs das Absperrventil. Auch Russlands Präsident Dimitrij Medwedew und EU-Energiekommissar Günther Oettinger nahmen an der Feierstunde teil.

Die mehr als 1.200 Kilometer lange Röhre soll künftig jährlich 27,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland nach Europa transportieren. Ein zweiter Strang der Pipeline wird derzeit gebaut, so dass sich die Transportkapazität im kommenden Jahr auf 55 Milliarden Kubikmeter verdoppeln soll. In Europa werden jährlich rund 520 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht. In den kommenden Jahren wird eine Steigerung des Gasbedarfs erwartet, unter anderem durch die Energiewende. Russisches Gas des Gazprom-Konzernes deckt rund ein Viertel der europäischen Erdgasnachfrage.

Die rund 7,4 Milliarden Euro teure Nord Stream-Pipeline ist die erste Leitung, die Transitländer wie die Ukraine oder Weißrussland umgeht und direkt durch die Ostsee in die EU führt. Dadurch sollen Transitentgelte wegfallen und die Versorgungssicherheit steigen. In der Vergangenheit war es bei Streitigkeiten zwischen Russland und den Transitländern zu Lieferengpässen gekommen. Die Dominanz von Gazprom im Gassektor ruft allerdings auch Kritiker auf den Plan. So will die EU verstärkt auch andere Bezugsquellen anzapfen, die entsprechenden Pipeline-Projekte vom kaspischen Meer in die EU existieren bislang aber nur auf dem Reißbrett.

Ende September ließ Brüssel zudem Büros von Gazprom und mehreren Abnehmern durchsuchen. Es ging um mögliche Preisabsprachen. Viele Verbraucher bekamen zudem jüngst die Preispolitik von Gazprom in Form von Preiserhöhungen ihrer Versorger zu spüren: Der russische Konzern hält in seinen Lieferverträgen mit deutschen Gasanbietern an der Ölpreisbindung fest – und kassiert dadurch deutlich höhere Gaspreise als am Weltmarkt. Die Versorger geben diese Kosten an ihre Kunden weiter. Gaskunden sollten daher Gasanbieter vergleichen, um sich günstige Preise zu sichern. Einsparungen von bis zu 500 Euro pro Jahr sind möglich.

Gesetzeslücke: Netzentgelte machen Gas und Strom 2012 teurer

Eine Gesetzeslücke dürfte Gas und Strom für viele Verbraucher spürbar verteuern. Weil die Regierung nicht auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem vergangenen Juni reagiert hat, das die Regulierung der Netzentgelte teilweise für gesetzeswidrig erklärte, können die Netzbetreiber ihre Gebühren kräftig anheben. Zahlreiche Unternehmen wollen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Weil die Strom- und Gasnetze Monopole darstellen – es gibt an jedem Ort beispielsweise nur ein Netz eines Netzbetreibers und keine Konkurrenz – werden die Netzentgelte von der Bundesnetzagentur überwacht. In einem als Anreizregulierung bezeichneten Verfahren wurde dabei die Erlösobergrenze für jeden Netzbetreiber jährlich um 1,25 Prozent gesenkt, um die Unternehmen zu mehr Effizienz zu zwingen. Unter anderem diese Praxis wurde im Juni 2011 vom Bundesgerichtshof beanstandet und gekippt. Die Bundesnetzagentur wies laut Frankfurter Rundschau die Bundesregierung auf die entstandene Lücke hin. Doch es wurde keine neue Regelung geschaffen.

Dadurch drohen den Energiekunden nun Mehrausgaben von insgesamt rund zwei Milliarden Euro. Verbraucherschützer sind empört: Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband sprach Medienberichten zufolge von einem unglaublichen Vorgang. Wirtschaftsminister Philipp Rösler habe durch seine Untätigkeit Bürgern und Gewerbetreibenden drastische und unnötige Preissteigerungen beschert. Verbraucher können höheren Netzentgelten nicht durch einen Gasanbieterwechsel oder Stromanbieterwechsel entkommen – diese gelten unabhängig vom Energieanbieter und hängen vom Wohnort ab. Durch einen günstigeren Versorger können lediglich die Folgen der höheren Netzentgelte aufgefangen werden.

Die genaue Höhe der Netzentgelte 2012 steht noch nicht fest. Die Netzbetreiber mussten aber bis zum 15. Oktober eine Schätzung vorlegen. Demnach wollen auch mehrere große Unternehmen deutlich mehr verlangen. In Berlin will die Vattenfall-Netztochter beispielsweise künftig 5,89 statt 5,43 Cent pro Kilowattstunde kassieren. Die Stromrechnung eines Vier-Personen-Haushalts mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden (kWh) würde dadurch um rund 23 Euro steigen. Im Netzgebiet von E.ON Bayern würde die Erhöhung von 6,02 auf 6,84 Cent pro kWh mit 41 Euro jährlich zu Buche schlagen.