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Gaspreis Erhöhung: Die EnBW und 37 andere Grundversorger werden teurer

Die Gaspreise steigen im Sommer: Mit der EnBW kündigte ein großer Gasanbieter eine Preiserhöhung um knapp zehn Prozent zum 1. August an. Bislang gaben zudem weitere 37 Grundversorger eine Tariferhöhung im Juli oder August bekannt. Um durchschnittlich gut zehn Prozent müssen die Kunden mehr bezahlen.

Die EnBW verlangt im Grundversorgungstarif ErdgasPlus um 0,64 Cent mehr pro Kilowattstunde. das bedeutet für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh, dass die Gasrechnung um 128 Euro pro Jahr steigt. Am stärksten erhöhen die Stadtwerke Verden ihren Gaspreis: Bei ihnen muss der Musterhaushalt sogar 196 Euro mehr bezahlen – das ist ein Plus von knapp 18 Prozent. Durchschnittlich steigen die Gaskosten bei den 38 Unternehmen um rund 137 Euro.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Gasanbieter die Preise erhöht. Energieexperten sehen die hohen Ölpreise als wichtigsten Grund dafür an. Die Ölnotierungen hatten zu Jahresbeginn unter anderem durch die Krisen in Nahost und Nordafrika stark angezogen. Die Ölpreisbindung ist nach einem Gerichtsurteil in Endkundenverträgen zwar abgeschafft,  in den Lieferverträgen, die von den Gasanbietern mit ihren Gaslieferanten geschlossen werden, ist sie aber oft weiterhin enthalten. Deshalb steigen nun – einige Monate nach den Ölpreisen – auch die Gaspreise.

In den kommenden Monaten werden weitere Gaspreiserhöhungen erwartet. Denn die weltweite Nachfrage steigt, da Gas als vergleichsweise sauberer und klimafreundlicher Energieträger gilt. Außerdem setzen zahlreiche Länder bei der Stromerzeugung zunehmend auf Gaskraftwerke, um Kohle- und Atommeiler zu ersetzen. Der russische Gasexporteur Gazprom, der etwa ein Drittel des in Deutschland benötigten Gases liefert, kündigte bereits neue Preissprünge an. Für Verbraucher kann es sich deshalb lohnen, einen Gasvergleich durchzuführen und gezielt nach einem günstigen Gastarif mit Preisgarantie zu suchen. Auch beim Strom erwarten Experten um die Jahreswende steigende Preise – unter anderem durch den Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien – und raten Stromtarife zu vergleich und den Stromanbieter zu wechseln, die das aktuelle Preisniveau fixieren.

Gaspreise Erhöhung im Juni und Juli: 28 Gasversorger heben Preise an

Gas wird teurer: Im Juni und Juli wollen 28 Gasanbieter die Preise ihrer Grundversorgungstarife erhöhen. Ein normaler Vier-Personen-Haushalt muss damit durchschnittlich 10,27 Prozent oder 136,75 Euro pro Jahr mehr bezahlen. Betroffen von der Erhöhung der Gaspreise sind rund eine Million Haushalte.

Am stärksten steigen die Preise laut einer Auswertung des Internetportals CHECK24 für Kunden im sächsischen Schwarzenberg. Bei den dortigen Stadtwerken muss ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh im Grundversorgungstarif um 17,95 Prozent mehr bezahlen. Das ist ein jährliches Plus von 226 Euro auf der Gasrechnung. Auch mehrere große Stadtwerke erhöhen die Gaspreise, darunter die Münchner SWM und die Nürnberger n-ergie. Allerdings fallen ihre Tariferhöhungen mit gut 8 Prozent deutlich maßvoller aus.

Hauptgrund für die Preiserhöhungen ist der gestiegene Ölpreis. Die Tarife für Privatkunden dürfen sich zwar nicht mehr an den Mineralölnotierungen orientieren. Viele langfristige Lieferverträge, über die sich die Stadtwerke und ihre Vorlieferanten mit Gas eindecken, sind aber mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung immer noch ans Öl gekoppelt. Daher machen sich jetzt bei zahlreichen Verbrauchern die Auswirkungen der Krisen im Nordafrika und dem Nahen Osten und die steigende Ölnachfrage in den Schwellenländern auf der Gasrechnung bemerkbar.

Preistreibend werden sich Meinung zahlreicher Experten in den kommenden Monaten auch die Folgen des japanischen Atomunfalls und der Energiewende auswirken. Moderne Gaskraftwerke sollen den Plänen zufolge Atommeiler und schmutzige Kohlekraftwerke ersetzen, das schafft eine steigende Nachfrage nach Gas. Preisdämpfend wirkt dagegen die Erschließung neuer Gasvorkommen durch sogenannte unkonventionelle Fördermethoden. Die Umweltschäden durch das “Fracking” sorgen jedoch für Kritik an dem Verfahren.