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Gaspreiserhöhung im September und Oktober 2011 von 229 Gasanbietern

Insgesamt 199 Gasanbieter haben für August und September 2011 eine Gaspreiserhöhung angekündigt. Für die Verbraucher bedeutet das durchschnittliche Mehrkosten von elf Prozent – gerechnet auf einen Vier-Personen-Haushalt werden demnach im Schnitt 143 Euro mehr für Gas fällig. In der Spitze liegt die Gaspreiserhöhung sogar bei 25 Prozent.

Betroffen von dieser Erhöhung in der Spitze sind die Kunden der Gasversorgung Wismar Land, sie müssen in Zukunft jährlich 404 Euro mehr für ihr Gas zahlen. Doch nicht nur kleinere Gasanbieter kündigten Preiserhöhungen an: Auch etablierte Konzerne wie E.ON Avacon, EWE und Mainova bitten ihre Kunden zukünftig stärker zu Kasse. Deutschlandweit werden rund 6,3 Millionen Haushalte von der angekündigten Gaspreiserhöhung betroffen sein.

Im Jahr 2011 erhöhten einschließlich August bereits 138 Gasversorger ihre Preise um etwa zehn Prozent (132 Euro). Rechnet man die 229 Gasanbieter, die eine Preiserhöhung bis spätestens Oktober angekündigt haben, mit ein, liegt die Gesamtzahl der Unternehmen, die eine Gaspreiserhöhung vornahmen schon über dem Gesamtwert von 2010. Im Vorjahr hatten insgesamt 261 Anbieter die Gaspreise um durchschnittlich neun Prozent (115 Euro) angehoben. Aufgrund des gestiegenen Ölpreises müssen Kunden in den kommenden Monaten mit weiteren Gaspreiserhöhungen rechnen.

Zwar sind die Endverbraucher offiziell nicht an die Entwicklung des Ölpreises gebunden, doch in der Regel passt sich die Entwicklung des Gaspreises mit einer halbjährlichen Verzögerung an den Ölpreis an. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Gasanbieter existieren nach wie vor große Preisunterschiede am Energiemarkt – ein Gaspreisvergleich kann sich für Verbraucher daher bezahlt machen. Vor allem Gasversorger die aufgrund langfristig angelegter Lieferverträge an den Ölpreis gebunden sind erhöhen aktuell die Preise. Vorrangig neue Gasanbieter können hingegen aus dem derzeitigen Überangebot Kapital schlagen und somit ihr Gas deutlich günstiger an den Endkunden weitergeben.

Gaspreise Erhöhung im August und September: 90 Versorger verlangen mehr

Rund 2,5 Millionen Gaskunden müssen ab August und September mehr für Gas bezahlen: Ihre Gasanbieter planen in den kommenden beiden Monaten eine Gaspreiserhöhung. Im Durchschnitt steigen die Gaspreise um elf Prozent, das ergab eine Auswertung der Grundversorgungstarife durch CHECK24. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh muss damit jährlich 144 Euro mehr für Gas bezahlen. Teilweise fällt die Erhöhung aber auch deutlich massiver aus.

Zum Beispiel bei der Energieversorgung Oberes Wiesenthal in Baden-Württemberg: Deren Kunden müssen ab August um 29 Prozent mehr für Gas bezahlen. Die Kasse des Musterhaushaltes belastet das mit 380 Euro jährlich. Noch stärker langt die Gasversorgung Wismar Land Vertrieb GmbH hin. Die Erhöhung liegt zwar nur bei 25 Prozent. Weil die Gaspreise dieses Unternehmen aber zuvor bereits relativ hoch waren, steigt die jährliche Gasrechnung ihrer Kunden für 20.000 kWh ab September sogar um 404 Euro.

Auch einige große Gasversorger drehen an der Preisschraube: So steigen die Gaspreise bei E.ON Avacon um neun Prozent oder 144 Euro pro Jahr. Kunden des Oldenburger Versorgers EWE müssen ein Plus von 13 Prozent oder 168 Euro einkalkulieren. 42 weitere Grundversorger hatten bereits zum 1. Juli eine Gaspreiserhöhung durchgeführt. Energieexperten erwarten, dass weitere Versorger in den kommenden Monaten nachziehen werden. Als Grund wird zum einen die langfristig steigende Nachfrage genannt, weil Gaskraftwerke eine zunehmende Rolle in der Stromversorgung spielen, aber auch die Entwicklung der Ölpreise.

Denn viele Versorger beziehen ihr Gas über langfristige Verträge, die sich – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung – an den Ölnotierungen orientieren. Und die waren zu Jahresbeginn kräftig gestiegen. Gasanbieter, die sich im Börsenhandel kurzfristig eindecken, können dagegen derzeit relativ günstig einkaufen. Durch moderne Fördermethoden können Gasvorkommen gefördert werden, die bisher nicht erschließbar waren. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie durch einen Gaspreisvergleich derzeit besonders hohe Einsparungen erzielen können.