Gazprom hat im ersten Quartal 2011 einen Rekordgewinn eingefahren. Der Überschuss kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf 478,5 Milliarden Rubel. Die Gründe: Der Gasexport legte deutlich zu. Außerdem konnte der Konzern höhere Gaspreise von den Abnehmern kassieren.
Das kalte Winterwetter in Europa am Jahresbeginn ließ den Gasexport deutlich ansteigen. Mit 46,6 Milliarden Kubikmetern legten die Ausfuhren nach Europa und in die Türkei um zwölf Prozent zu. Noch stärker fiel der Anstieg bei den Gaslieferungen in die ehemaligen Sowjetrepubliken aus: Mit 29 Milliarden Kubikmetern pumpte Gazprom eine um 72 Prozent höhere Gasmenge in diese Länder. In Russland selbst stagnierte der Gasabsatz dagegen.
Hinzu kamen die höheren Preise. Europäische Abnehmer mussten beispielsweise für 1.000 Kubikmeter 10.041,50 Rubel oder rund 240 Euro bezahlen – Steuern und Zölle eingeschlossen. Ein Jahr zuvor waren es rund 14 Prozent weniger. Ein Grund: Die Ölpreisbindung, die in vielen langfristigen Lieferverträgen festgeschrieben ist und die Gazprom nicht aufgeben will. E.ON kündigte deshalb bereits an, vor ein Schiedsgericht zu ziehen. Auch in den übrigen Liefergebieten erzielte Gazprom Preissteigerungen. Der Umsatz des Unternehmens lag mit 1.316,7 Milliarden Rubel (31,5 Milliarden Euro) um 38 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Was in Moskau die Kasse klingeln lässt, schlägt Verbrauchern in Deutschland aufs Portemonnaie: Zahlreiche Gasversorger müssen ihre Preise erhöhen – 277 Unternehmen heben allein im September und Oktober die Preise ihrer Grundversorgungstarife an. Gleichzeitig wird ein Preisvergleich für Gaskunden immer lohnender: Gas ist am Weltmarkt derzeit im Überfluss und damit günstig zu haben. Versorger, die nicht vertraglich an teure Lieferanten gebunden sind, können deshalb wesentlich günstigere Preise anbieten als ihre Konkurrenten. Damit steigen auch die erreichbaren Einsparungen für Verbraucher.
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